Magic Marokko – Tag 4 und mehr….

26 Mrz

…. nun zu finden unter https://servusmuenchen.wordpress.com/

Viel Spaß!

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Magic Marokko – Tag 3 – 9. März 2017

23 Mrz

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Tag 3 – Mhamid (80 km) – 60 km Offroad nach Chegaga (Wüste)

Nachdem es heute in die Wüste geht und wir da auch eine Nacht schlafen werden, will ich unbedingt noch duschen. In der Wüste ist es mit Wasser und Duschen bekannterweise nicht so weit her. Und nachdem nach Yoga grad 10 Minuten Zeit bis zum Frühstück sind und wir danach weiterziehen, muss ich das sofort nach dem Aufstehen erledigen. Das allein ist schon ne Kunst… aus dem warmen wohligen Bett, zu dieser Uhrzeit (wieder irgendwas um 6). Der Bericht, dass wenn das Wasser lang genug läuft, es auch warm kommt, stimmt zumindest nicht am morgen. Oh gott, ich muss kalt duschen. Was ungefähr so aussieht: Ich streck kurz einen Arm in den Strahl, dann mal n Bein, immer etwa eine Sekunde, dann die andere Seite, Hintern usw… Punktuelle Katzenwäsche könnte man es nennen. Fit bin ich danach.

Nach dem Frühstück (wir sind schier ausgeflippt weil es gekochte Eier und Streichkäse gab) sind wir noch in die angrenzenden Palmengärten. Am Tag zuvor waren wir alle zu ko, aber ungesehen wollten wir dann doch nicht weiterziehen. Das ist irre hier. Alles kahl, aber mittendrin ein kilometerlanger Streifen voller Palmen und allergrünster Wiesen. Dieses Land ist in der Tat der Hammer, geil und Wahnsinn, um es mit Marias Worten zu sagen. Karin (die eigentlich Heidi heißt) und ich befürchten schon, dass unser Wortschatz nach dieser Woche nur noch aus diesen 3 Worten besteht.

Während wir an der Mauer eines Kasbahs entlang spazieren (was das ist erklär ich später noch), laufen plötzlich zwei verschleierte Frauen vor uns. Die Menschen hier sind schwer gläubig und dazu gehört, dass sie keine Fotos von sich möchten. Maria und ich, Asche über unser Haupt, hatten den gleichen Gedanken, dass wir doch von hinten mal knipsen könnten. Die Palmen, der sandige Weg, die Wand des Kasbahs neben uns und die beiden Frauen in ihren Gewändern – tolles Motiv. Während ich still (also lautlos) und heimlich knipse, hatte Maria ihr Handy auf die wohl lauteste Stufe gestellt, die so ein Handy hat und es machte ein MEGA KLICK. Marias Handy war schon wieder in ihrer Tasche verschwunden, stand ich noch mit dem iphone in der Hand da und kam gleich in Nöte, warum es hier ein Klick gemacht hatte. Mein beteuern, dass es nicht ich war und ich nicht weiß was sie meint (ich mein, das Klick war ja auch nicht ich) haben die beiden mir nicht abgekauft. Ich schätze sie haben mich in dem Moment verflucht. Also Allah, hab Nachsicht mit mir – und mit Maria.

Ja, ein Kasbah…  Von aussen sieht es aus wie ne Ruine. Zumindest für mich. Ich konnte mir nicht denken, dass die Menschen darin leben. Aber es gibt auch verfallenere als andere. In der Tat ist immer so eine Art Aussenmauer rum und innen wie in einem Labyrinth lauter Gassen und eben Eingänge in Räumlichkeiten. Hier wohnen die Menschen. Ich wäre zu gern auch in einen reingegangen. Aber der Respekt vor den Menschen und auch etwas Muffe haben mich dann doch daran gehindert. Ich mein, man kann ja nicht einfach bei wen in die Wohnung spazieren.

Dann gings weiter… weiter Richtung Wüste, unser Ziel ist ein Camp nur 8 km von der algerischen Grenze entfernt. Und viel näher sollte man dann Algerien auch nicht kommen. Mit Algerien ist grad nicht gut Kirschen essen und so ne deutsche Touristin ist für manch einen Algerier mit schlechten Gedanken wohl ein ziemlicher Glücksfang. Soviel Abenteuer brauch ich dann auch wieder nicht.  Kurz vor dem Eintauchen in die Wüste gibt’s noch einen Kaffeestopp, mit richtig gutem Kaffee in Mhamid – dem Tor zur Wüste. Ein sehr einfaches Cafe, aber Wlan for free. Das ist schon lustig, wie hier alle am Handy hängen, egal ob langes Perser-Gwand oder Touri. Und andererseits auch ne Krankheit. Das fiel mir im Laufe der Reise durchaus auf. Immerhin den ganzen Tag ohne Internet, hingen wir alle Abends sobald wir in einem Hotel waren wieder am Handy. Man sollte mal drüber nachdenken….

Die letzte Etappe geht dann, wie es so ne Wüste so an sich hat, über Sand und Stein. Also der steinige Part, dass man den befahren kann, war mir noch klar. Aber die Sanddünen. Donnerwetter, was so ein Jeep alles kann oder auch der Fahrer. Den Fahrer haben wir dazu gewechselt. Die gute Marion gönnt dem guten Rashid einen Verdienst und spannt ihn daher extra für die Wüstentour ein. Unser George (Mohammed) musste die letzte Etappe im Kofferraum mitfahren. Und so düsen wir also Richtung Bivouac Camp, auf Teilen der ehemaligen Rallye Paris Dakar. Gut, düsen ist nicht das richtige Wort. Holpern wir Richtung Camp triffts eher.

Im Camp angekommen dürfen wir erstmal essen. Im Allgemeinen hab ich das Gefühl hier sehr viel zu essen, vielleicht auch, weil wir viel im Auto sitzen und man so den halben Tag nicht wirklich was gemacht hat. In jedem Fall geht mein Plan nicht auf, mit 5 kg weniger heimzukommen. Sogar Wein hat mir der gute Hannes gekauft und in die Wüste importiert. Also so ne Sprite oder n Cola bieten die hier in diesen Camps schon durchaus an, aber Alk noch nicht. Sollte mir zu denken geben, wenn mein österreichischer Reiseführer mir extra ne Flasche mit in die Wüste nimmt (Danke Hannes, das nenn ich Service!)… Dummerweise haben an dem Abend alle andern auch beschlossen mal n Weinchen zu trinken und ne Flasche durch 7 is ja eher wie der Tropfen aufn heißen Stein. Die hätt ich auch allein geschafft. Na gut, ich werds überleben.

Das Essen im Camp ist wieder mal sagenhaft und das hätten wir tatsächlich wohl nicht erwartet. Der Salat und die Fleischspiesse… oh, ich weiß heut, Wochen später noch, wie lecker das war!

Den Tag haben wir dann im Camp gechillt. Ich mich sogar in die Sonne gelegt, was der liebe Wolfgang gar nicht sehen konnte. In der Wüste sonnen… es ging ein Lüftchen und war gut zu ertragen. Aber in der Tat hab ich mich ein wenig verbrannt und hab nun einen braunen und einen normalen Arm. Nur einer hing in der Sonne.

Nach unserm Yoga zwischen Sanddünen, sind wir noch zum Sonnenuntergang und zum Meditieren auf die höchste Sanddüne gewandert. Durchaus Abstiegsgefahr. Steil geht’s rechts und links runter, aber wenigstens weich. Auf der höchsten Düne zu sitzen und über unzählige weitere zu schauen bis hin zur Sonne, die gleich verschwinden wird, ist schon was besonderes. Wir sollten hier meditieren, was mir leider nie gelingt. Ich liebe es Yoga zu machen, meinen Körper zu spüren, ihn bis aufs äusserste zu dehnen, aber still sitzen und meditieren oder in mich rein hören, mag mir einfach nicht gelingen. Noch weniger wenn ein Wolfgang neben mir sitzt, der uns Hühner, wie wir da in der Reihe auf dem schmalen Kamm der Sanddüne sitzen, fotografiert. Auch er mit einem lauten Klick. Nachdem ich ja nicht nur nicht meditieren kann, sondern auch immer mal die Augen auf mache, obwohl ich sie zu haben sollte, hab ich auch entdeckt, dass er Freude strahlend in seine Kamera grinst mit uns Damen, alle meditierend und geschlossenen Auges (ausser ich), im Hintergrund. Also Wolfgang, du bist mir einer. Andererseits… hätte ich sein können 😉 Gruß nach Wien!

Nach dem Abendessen gibt’s dann noch Bivouac Party. Also Lagerfeuer, Trommeln, Brot im Sand backen, tanzen… leider sind die meisten wieder zu müde für langes Feiern und kriechen bald ins Zelt. Zumindest ich werde wieder nicht alt.

Nun bin ich ja ein notorischer Schisser was Dunkelheit angeht. Das WC ist keine 100 Meter weit weg, der Mond scheint hell, wir haben nämlich auch noch Vollmond und dennoch trau ich mich nicht in der Nacht allein zum Klo zu tappen. Ich meine, in der Wüste sind jetzt tatsächlich nicht so viele Leute unterwegs, nachts um 4 noch weniger. Aber trotzdem… ich warte solang mit meinem oberfälligen Klo-Gang bis ich wen andern aus seinem Zelt kriechen höre. Ein Glück, hatte schon in Erwägung gezogen mich einfach 3 cm vors Zelt zu hocken und da hinzupinkeln. Aber Marion, Hannes und Hundedame Mio müssen auch. Anscheinend alle 3 oder einer hat auch die Hosen voll im Dunkeln. Und wie wir da so nachts um 4 unter einem sagenhaften Sternenhimmel zum Klo tapsen, rauscht die größte,  eindrucksvollste Sternschnuppe, die ich je gesehen habe, über meinen Kopf darnieder. Nur von mir gesehen, war ich ganz überwältigt. Sie war wohl nur für mich. Danke.

Nach dem Erlebnis konnte ich nicht zurück in mein Zelt und hab mich alleine unters Sternendach gelegt. Daunenjacke, dicke Decken und vors Zelt. Nicht zum schlafen, das wäre Verschwendung gewesen. Zum Sterne schauen. Und dank des Geschnarche im Zelt hinter mir, wäre schlafen auch eh schwer möglich gewesen. Eine weitere Sternschnuppe war mir nicht mehr vergönnt, aber eine ganz besondere Nacht, in der ich oft gedankt habe wie gut es mir geht das erleben zu dürfen. Guten Morgen!

Magic Marokko – Tag 2 – 8. März 2017

22 Mrz

IMG_5090Tag 2 – Taliouine (90 km) – Tazenakht (80 km) – Agdz (80 km) – Zagora

 

Ich komm besser aus dem Bett als gedacht und tapse im dunklen Finster am Pool vorbei zum Yogaraum. Dort wartet schon Marion, die Yogamatten im Kreis, Kerzenschein und eine Buddhafigur in der Mitte. Welch schönes Ambiente, welch schöne Stimmung. Im Vorfeld extra abgecheckt, ob es auch anspruchsvolles Yoga wäre, was wir da so machen, stiess ich morgens um 6 ganz schön an meine Grenzen. Ein Glück war es recht finster im Raum. Mir zitterten die Haxn, Donnerwetter. Kraftvolle Übungen, langes Halten. Auf nüchternem Magen und zu dieser Uhrzeit wars mir durchaus anspruchsvoll genug. Ich hab direkt beim ersten Mal nen sauberen Muskelkater mitgenommen.

 

Das Frühstück und vor allem der Kaffee waren danach mehr als nötig. Frühstück in Marokko war nun nicht ganz meine bevorzugte Mahlzeit. Es gibt eigentlich nur süßes. Zumindest meistens, wenn man kein Ei nach geordert hat. Süßes Brot, süße Butter, süßer Honig, süße Marmeladen. Danach pappt dir die Goschn! Zum Abschluss gabs dann noch die Torte für unser spätangereistes Geburtstagskind Margit. Sah aus wie ne Schwarzwälderkirsch und dürfte auch eine gewesen sein, wobei ich nicht weiß, ob die der Marokkaner auch Schwarzwälderkirsch nennt. In jedem Fall bis oben hin getränkt mit Schnaps. Da heißts Marokkaner trinken nix und dann pfefferns wie verrückt Schnaps in die Torte. Eigentlich ganz sympathisch!

 

Direkt im Anschluss gings dann auf die erste Etappe. Im Jeep bin ich mit Maria und Karin gelandet, gesteuert von Mohammed und begleitet von Marion. Eine perfekte Besetzung. Die Landschaft hat vom ersten Moment an begeistert und erstaunt zugleich. Ich dachte wir steuern durch kahles, sandiges Land ähnlich ner Mondlandschaft. Aber es blühte überall! Wir sind in den Antiatlas hineingefahren zum ersten Stopp. Einem Safrandörfchen oder auch das Safrandörfchen. Hier gabs auch Safrantee für alle, der schön potent oder scharf machen soll. Das weiß ich nicht mehr so genau. Ich hab trotzdem mal bisschen was gekauft. Geschmeckt hat er ganz gut. Wobei ich nicht weiß, ob nicht alle Tee´s hier ganz gut bzw. recht ähnlich schmecken. Am Ende sind sie einfach alle unglaublich gezuckert.

 

Der nächste Stopp war das Städtchen Tazenakht. Hier kommen die tollen Berberteppiche her. Und in der Tat was es für hübsche Muster und Formen gibt. Ich war nah dran mir einen tiefblauen Teppich mitzunehmen, auf blau steh ich im Moment ja ganz besonders. Aber wenns dann doch so gar nicht zur restlichen Wohnungseinrichtung passt und dann soooo billig auch wieder nicht ist… ich habs schweren Herzens gelassen. Der H&M Teppich in meinem Flur liegt da noch kein halbes Jahr. So schnell kann ich den nun auch wieder nicht ausquartieren.

 

Der letzte Stopp vor unserem heutigen Ziel war in Agdz. Hier gabs Mittagessen und gegenüber einen Souk. Einen kleinen, aber Maria und ich sind dennoch mal losgetigert. Ich hab hier dann auch das erste Mal zugeschlagen. Einen Schal für Romy und mich und ein Kleidchen für Romy. Warum der Verkäufer in einer Tour erzählt hat, dass er Kopenhagen so toll findet und da mal ne Freundin hatte und sofern ich das richtig gedeutet hab, auch in einer Tour irgendwas auf dänisch plapperte, hab ich nicht recht kapiert. Im Auto hat sichs dann geklärt. Maria war von seinen Verkaufsversuchen so genervt und dachte, wenn sie ihm erzählt wir seien aus Dänemark, dann kommt er mit seinen 4 Sprachen sicher nicht weiter. Maria ist derweil abgezogen. Ich, die das alles vor lauter Schals gar nicht mitbekam, war für ihn dann offensichtlich auch ne Dänin und konnte mir seine dänische Schwärmerei über seine Ex aus Kopenhagen anhören.

 

Das Riad Lamane in Zagora war dann unser nächstes Hotel und wie schon das erste wunderschön. Wir sind alle ganz happy an den kleinen Pool. Obwohl es kurzweilig war, weil wir nach jeder Stunde nen Stopp hatten, sehr viel Spass im Auto und vor allem permanent begeistert von der Landschaft waren (was im übrigen auch nicht schwer ist, weil eine Maria neben mir im Sekundentakt entweder „ist das geil“, „Hhhhhaaammer“ oder „Der Waaahhnsinn“ von sich gab – also diese Begeisterungsfähigkeit bei jedem Baum ist mir dann doch n Rätsel)… gut, also dennoch waren wir froh im Hotel zu sein, am Pool, bisschen relaxen vor der nächsten Yoga Session.

 

Als die rum war und im übrigen wieder ganz fein, gings noch zum Abendessen und alt wurde wieder keiner mehr, schnell ins Bett. Nachdem ich sonst in fremden Betten eigentlich immer erstmal  nicht so toll schlafe, schlaf ich hier gleich wie ein Baby. Ich habs nicht mal mehr geschafft zu duschen. Gute Nacht, morgen geht’s in die Wüste!

 

Ach… nette Anekdote noch zu gestern, also Tag 1.

Meine neue Lieblingsfreundin Maria war die ganze Zeit der Meinung Mohammed hieße Hannes. Hat die beiden, unseren marokkanischen Fahrer und unseren österreichischen Reisebegleiter mal eben verwechselt.

 Jetzt muss man Mohammed natürlich kennen, um zu wissen, dass das nie und nimmer sein kann. Ein Marokkaner wie aus dem Buche, dunkle Augen, dunkle Haare, zumindest dunklere Haut als wir. Nix sieht da nach einem Hannes aus. Und wenn man nun den Hannes kennt, dann gibt’s erst recht keinen Zweifel, dass der keine marokkanischen Wurzeln hat. Ganz zu schweigen von seinem tief-österreichischen Slang und seiner Glatze. Denn habt ihr schon mal nen Araber mit Glatze gesehen, sind die Jungs nicht eher besonders bärtig & haarig veranlagt. Gute Frage eigentlich? Gibt’s Araber mit Glatze? Also wenn, dann hätte der sicher mindestens nen Bart bis zum Bauchnabel, oder nicht? Na gut, muss nicht sein… war nur so ein Gedanke.

 Aber dass der Hannes ein Mohammed sein soll und umgekehrt, ist genauso abwegig wie dass die beiden Yoga turnen und Mantras mit uns singen. Maria Maria, da hab ich mal kurz an dir gezweifelt 😉

Magic Marokko – Tag 1 – 7. März 2017

21 Mrz

Da bin ich wieder … Jahre später gibt’s mal wieder einen Reisebericht über eine wirklich erwähnenswerte wundervolle Reise…

Tag 1 – Taroudant (klein Marrakech) – 7. März 2017

Es geht los…  eine Minute bevor der Wecker geklingelt hätte, wache ich auf. Natürlich nicht zum ersten Mal in dieser Nacht. Wer schläft schon gut und fest, wenn er weiß, dass er früh um 4:45 Uhr aufstehen muss, 15 Minuten Zeit hat und dann schon in der S Bahn zum Flughafen sitzen muss. Ich nicht. Dennoch bin ich einigermassen fit. Immerhin bin ich schon gegen halb 9 ins Bett. Die größte Kunst war, dass die Kinder, die in der „letzten“ Nacht natürlich bei mir im Bett schliefen, nicht aufwachten. Spätestens dann hätte es Abschieds-Gezeter gegeben, was mir den Abschied sehr viel schwerer gemacht hätte.

Wenige Stunden später steige ich in Agadir aus dem Flugzeug und bin sofort umhüllt von absoluter Hitze. Natürlich war mir bewusst, wieviel wärmer es in dieser besonders heißen Woche werden würde (gemeldet waren sagenhaft 30 Grad), verglichen zum -zugegeben grad milden- Winter bei uns. Aber so eine Hitze hatte mich dann doch überrascht.

Mein Fahrer, der wunderbare George Clooney, stand schon bereit.

… nicht ganz. Er sieht aber immerhin aus wie George, da waren wir uns alle einig, heißt Mohammed und wird eine Woche lang den Jeep steuern, mit dem ich Marokko erkunden werde. Mohammed, der eigentlich perfekt deutsch spricht, so perfekt wie leise, dass ich die ganze Zeit dachte er redet arabisch oder irgendwas anderes. Verstanden hab ich nichts, am Ende wars Deutsch. Aber umso länger man wen kennt, umso mehr kennt man seine Marotten. Bei Mohammed heißt das einfach, ganz nah ran gehen mit dem Ohr, dann geht’s. In welcher Sprache auch immer hab ich verstanden, dass wir noch auf andere Gäste warten. Wir stehen da also in der prallen Sonne, weil dank verschärfter Sicherheitsvorschriften niemand mehr länger als nötig im Flughafengebäude bleiben darf. Mohammed bot mir noch einen schattigen Platz in der kleinen Zeltüberdachung direkt neben uns an, wo schon jede Menge andere Fahrer auf ihre Gäste warteten. Mit großer Klappe hab ich dankend abgelehnt… von wegen ich liebe Sonne und in Deutschland is ja grad Winter. Ein Glück kam schon Marion ums Eck, meine Yogalehrerin und Reiseleiterin, die mich eingesammelt hat. Die Blösse nach 2 Minuten in den Schatten zu kriechen, wollt ich mir doch nicht geben. War das ne Hitze!

Marion also (zu finden unter yogitrip.com, grüßt sie von mir!), diese wunderbare Österreicherin, die nach Marokko ausgewandert ist. Hier Yoga Rundreisen anbietet, durchs Land, an der Küste oder auch nach Marrakech. Mit der ich im Vorfeld schon viel und nett geschrieben hatte, entpuppt sich als eine absolut liebenswürdige, gelassene, vor allem lustige Person. Sie und ihr Lebensgefährte Hannes, sowie das Baby Mio (ihre Hundedame) muß man einfach mögen. Ich hab die beiden also erstmal paar Stunden exklusiv, weil alle andern 6 Gäste erst mit späteren Flugzeugen ankommen. Wir haben sofort einen Draht zueinander und verstehen uns prächtig. Die Fahrt ins wunderschöne La Zitoune Hotel in Taroudant dauert etwa 45 Minuten. 45 Minuten die ausreichen um sich direkt anzufreunden.

Im Hotel angekommen, soll ich erstmal was essen. Hunger hab ich keinen. Der Rest vom Condor-Sandwich gammelt in meiner Tasche vor sich hin. Aber es soll hier so wahnsinnig gut schmecken, ein Schweizer führt das Hotel und Küche, da kann ich natürlich nicht nein sagen. Und es war nicht zuviel versprochen. Die Avocado Pampe mit Baby Garnelen, die eher Riesen Garnelen waren, war fantastisch. Ganz zu schweigen vom zuckersüssen frisch gepressten Orangensaft. Aber den frisch gepressten Orangensaft können sie hier alle. Die süßesten Orangen kommen offensichtlich aus Marokko. Wenig später kamen dann die nächsten 3 Gäste samt meines Koffers. Der passte nämlich nicht mehr in unseren Jeep.

Der 1. Eindruck meiner Mitreisenden war ganz gut. Nett in jedem Fall. Die euphorische Maria, die mich gleich mit „Du bist aus München? Ich lieeeebe München“ begrüsste und dann noch Wolfgang mit Tochter Jana aus Wien, was ja seit kurzem eh meine 2. Lieblingsstadt ist. Dennoch, sehr gesprächig war ich erstmal nicht. Seit kurz vor 5 auf den Beinen, im brütendheißen Marokko, wollt ich nichts mehr, als mich in meinen Bikini schmeissen und ab zum Pool. Und der war vielleicht herrlich… perfekt temperiert. Angenehme Erfrischung, aber nicht zu frisch. Ein Träumchen! Orangen hingen über meiner Sonnenliege, die Sonne war angenehm, nicht mehr allzu heiß. Es war herrlich. Dass die Orangen nur Zierorangen waren, ich sie aber dennoch verspachtelt hab, war natürlich doof. Aber ein Glück, gabs kein Veto aus meinem Bauchraum. Gewundert hatte ich mich tatsächlich, wie diese bitteren Dinger einen so süßen Saft abgeben können. Nun gut, sie waren auch nicht zum essen gedacht. Möp.

Gegen 17.30 sind wir dann zum ersten Ausflug losgezogen. Yoga sollte es heute noch nicht geben. Weitere 3 Gäste kamen erst noch später. Wir sind dann zu viert nach Taroudant. Laut Reiseführer Marrakech ganz ähnlich, nur ursprünglicher. Im ersten Moment, so ganz frisch in dieser Welt, war es durchaus befremdlich. Auf den Plätzen, in Cafes sieht man fast nur Männer. Auf dem kleinen Marktplatz sassen auch schon die ersten Schlangenbeschwörer oder wie immer man die Kollegen auch nennt, die da ihre Kobra tanzen lassen. Natürlich nur gegen Cash. Für den ersten Tag brauchte ich noch keine Kobra, wir sind erstmal in den Souk gesteuert. Probierten Arganöl und Erdnussbutter, wurden das ein oder andere mal angesprochen, liessen uns einfach treiben. Es ist laut und durchaus wuselig, aber zu keiner Zeit fühlt man sich unwohl. Ganz im Gegenteil. Mir gefällts!

Zurück im Hotel sind wir 2 mehr. Zwei nette Schweizerinnen -Karin & Heidi- sitzen im Garten. Eine aus Zürich, eine aus dem Berner Oberland.  Ich wunderte mich, als Maria die liebe Karin, die ich die ganze Reise über mit der lieben Heidi verwechselt hab, mit „Du bist aus Zürich? Ich liiiiiebe Zürich“ begrüsste. Zufall? Gleiche Liebe zu München, wie zu Zürich 😉 Am Ende der Reise sollte ich Maria lieben. Die mit ihrer Begeisterung, ihrer Fröhlich- und Herzlichkeit einfach umwerfend ist. Was hatten wir für einen Spaß!

Eine schnelle Dusche und dann gibt’s das leckerste Essen an das ich mich seit langem erinnern kann. Sagenhaft!! Die letzte im Bunde hat dank französischem Lotsenstreik Verspätung, obwohl sie auch noch Geburtstag hätte und die Torte schon wartet. Aber wir andern sind alle zu ko um sie abzuwarten, ausserdem kennt man sich ja eh noch nicht, da ist das schlechte Gewissen nicht zu ausgeprägt. Gegen halb 10 falle ich dennoch als letzte ins Bett. Ein Gläschen Wein intus. Logisch, muss sein, kostet verhältnismässig viel in Marokko, aber wer aus München ist, ist ja einiges an Preisen gewohnt. Gute Nacht, ich freu mich auf meine 1. Yoga Session morgen früh um 6! Du lieber Himmel, um 6!!!

 

 

SERVUS MÜNCHEN!

31 Jul

SERVUS MÜNCHEN!

 

Wieder zuhause… und wie gut fühlt sich´s an!

Ich hatte ja geschrieben, dass ein letzter Blog-Beitrag noch kommen wird. Meine Zusammenfassung, mein Fazit, über die 3 Länder, die wir bereist haben.

 

In einem der ersten Artikel hatte ich geschrieben, dass mein Bild von Skandinavien regnerisch, einsam und unbesiedelt sei. Nun, ich hatte recht. Gut bewohnt, also besiedelt, sind nur die großen Metropolen. Und das mit dem Regen. Naja, Norwegen halt. Nein, es hat nicht nur geregnet. Aber mit zwei Kindern im Wohnmobil fällt´s einem wohl einfach mehr auf „dass es schon wieder pisst“. Trotzdem hatten wir unterm Strich sehr viel Glück mit dem Wetter. Mit 30 Grad rechnet da oben ja auch niemand. Wir hatten sie dennoch (fast) die letzten 3 Wochen. Wetter ähnlich wie bei euch hier. Also super!

 

Mein Nr. 1 ist Schweden. Tolle Städte, tolle Strände, super Insel (Gotland), toll zum shoppen, überall Ikea und H&M´s 😉

In Dänemark fand ich diese befahrbaren Strände sehr cool. Aber sicher ist das ´n Tick cooler mit nem Wohnmobil, als mit nem normalen Auto. Doof ist, dass man da nicht übernachten kann. Anyway. Ansonsten fand ich Kopenhagen mega-klasse und vom Rest des Landes hab ich leider nicht so recht viel gesehen. Am Anfang der Reise war es nur der Weg zum Ziel (nach Norwegen) und am Ende wollt ich einfach heim.

 

Nicht weil irgendwas schlimm oder schrecklich war, sondern weil mir 2 Monate campen (zum ersten Mal und dann gleich mit zwei kleinen Kids – ich find das ja ne Leistung) einfach gereicht haben. Ich hatte tatsächlich Heimweh. Mein Mann findet ja, dass ich meine Heulattacken („Ich will nachhause“) strategisch eingesetzt habe. Das stimmt nicht! Aber ich muß zugeben, dass wenn´s mir wo besonders gut gefiel, ich durchaus dachte… oder bleiben wir doch noch bißchen… Sobald ich aber wieder an irgendeinem gottverlassenem See mit Blick auf nem Wald saß, wollt ich am liebsten über Nacht zurück nach München!

 

Fehlt noch Norwegen… Landschaftlich ist Norwegen mit Abstand das beeindruckenste Land von den dreien. Es ist wunderschön, man staunt immer wieder, aber man muß auch der Typ dafür sein. Mir persönlich reicht ein Fjord, gern auch ein zweiter, aber mehr muß nicht sein. Meine Meinung zu Norwegen… das hätte locker als Rentner-Reise gereicht. Dann hat man vielleicht mehr Auge für alles und nicht immer zwei Kid´s im Blick, mehr Zeit um die weiten Strecken zu fahren und nicht immer Romy in Gedanken, die ständig im Maxi Cosi sitzen muss. Man könnte Dinge machen, die Norwegen ausmachen… wandern, bergsteigen, Kajak (Kanu? Kenn mich mit den Dingern nicht aus.) fahren. Ja, manche werden denken kann man doch auch mit Kindern. Ja, manche können das bestimmt auch mit Kindern, ich nicht.

 

Aber die Reise war toll. Ein Erlebnis, anstrengend, weil´s mit Kindern einfach kein Urlaub war, ein Probe, wenn man als Paar solang alleine aufeinander hockt, ohne Ausweichmöglichkeiten (wo hätt ich hin gesollt… in den Wald?!?!?!), eine Zeit, die wir nie vergessen werden, auch wenn wir manchmal nicht mehr sagen konnten, wo wir vorgestern waren.

Das ist schon krass… man erlebt soviel, sieht soviel, kommt so rum. Irgendwann scheint dieses „Besondere“ so normal. Man kann sich gar nicht mehr an alles erinnern. Man kann das alles gar nicht gebührend verarbeiten. Alles ist so schnellebig. Wir haben soviele Möglichkeiten.

 

Ja und letztlich war´s wohl auch das richtige Ziel… bei den Temperaturen am Ende der Reise, war´s gar nicht so einfach ein Baby zum schlafen zu kriegen. Wir haben keine Klimaanlage, wie hätte das im Süden funktionieren sollen? Und ausserdem darf ich nun die nächsten Urlaubsziele auswählen! Juchuu! Ich glaub da knöpfen wir uns Frankreich vor!

 

Schön, dass ihr mitgereist seid!

 

SERVUS!

Ostdeutsche Luftschiffhallen

26 Jul

SERVUS!

Tropical Island überstanden. War ganz nett. Wenn man auf rießige Hallen (sollten mal Luftschiffe drin gebaut werden, aber wie so einiges im Osten ging die Firma vorher pleite) mit künstlich angelegtem Tropenwald, Lagunen, Feriendörfern steht. Schon sehr skurill, eine kleine Stadt mit Palmen, Sandtrand, Koi-Karpfen und Flamingos, in der man Baden, Übernachten, aus 5 verschiedenen Restaurants wählen kann und und und…

Und natürlich auch Massagen buchen kann. Nach 2 Monaten Campingmatratze merk ich mein Kreuz ganz schön, leider war ich für ne Massage zu spät dran. Aber nachdems da drin sogar nen Friseursalon gab, hab ich flugs entschlossen endlich mal wieder Haare schneiden zu lassen. Kann man eigentlich nicht viel falsch machen bei mir. Nachdem ich den Termin incl. Kopfmassage gebucht hatte, kamen mir allerdings starke Zweifel. Die Ossi-Frau trägt gern ausrasierte Schläfen, gern auch nur einseitig und ganz besonders gefallen ihr wohl neon-farbene Spitzen. Ganz gruselig. Hatte mir vorgenommen, mir erstmal die Friseuse anzuschauen und dann zu entscheiden, ob ich lieber nur die Kopfmassage nehm. Als sie mich zum Stuhl geleitet hat, waren meine Zweifel nicht weniger. Madame trug ihre hochgesteckten Spitzen pink! Waaah…!

Allerdings muss ich für das Mädel (was jeden Tag 80 km zur Arbeit fährt, nen Freund hat, der Landwirt lernt, nen Corsa fährt, ihr Typ nen Ford Ka, zwei Hunde hat und mir den Spreewald empfiehlt – Gott, was hat die mir alles erzählt) ne Lanze brechen. Beim Vorher-Gespräch zum Haarschnittwunsch hat sie mich mit Kompetenz und guten Tipps überzeugt. Und nachher? Ja, ich wünschte diese wasserstoffblonde Frau mit ihren pinken Spitzen würde nicht 500 km weit weg wohnen. Dann hätt ich nämlich jetzt ne neue Lieblings-Friseuse. Nein, ich trage nun keine neonfarbenen Spitzen 😉

SERVUS!

Back to Germany

25 Jul

Nachtrag zu gestern

 

SERVUS!

 

So, den Rest der Reise haben wir recht schnell durchgezogen. Plan waren noch 2-3 Badestopps an der dänischen Küste. Allerdings nicht Richtung Festland, sondern die kleineren Inseln unterhalb Kopenhagens. Von dort kommt man in 45 Minuten per Fähre nach Deutschland. Das war das Ziel.

 

Gemacht hatten wir letztlich nur noch einen Stopp. Sehr schön, auch wahnsinnig warmes Wasser, aber mir persönlich einfach zu wenig los. Also blieb es bei einem letzten Badetag in Dänemark. Ich glaub die schöneren Inseln oder Strände, wären die zum Festland hin gewesen. Aber das ist so´n Punkt beim Campen. Eigentlich könnte man sich alles ansehen, aber irgendwie gehts halt doch nicht. Man muss sich einfach auf was festlegen und nach Wochen auch mal zufrieden sein. Man kann einfach nicht alles schaffen, sehen, entdecken. Mein Blick auf Skandinavien hat mir völlig gereicht. Eigentlich kam alles so, wie ich mir´s gedacht hatte. Mehr dazu in meinem letzten Post…

 

Einen Tag früher also als gedacht, sind wir dann per Fähre nach Fehrman. Mein Gott, ich kann euch wirklich nicht sagen, wie ich mich gefreut hab! Man könnte meinen unsere Reise war schrecklich. Das stimmt nicht. Es war ne besondere, wunderschöne, spannende und natürlich auch anstrengende Zeit. Und eben wegen des letzten Punktes freut man sich, nach 8 Wochen in einem kleinen Wohnmobil mit zwei Kindern, einfach mal wieder auf Zuhause. Eine Wohnung mit Bad und Badewanne. Die Möglichkeit jederzeit duschen zu können. Die Geschirrspülmaschine und -ohja- meine Waschmaschine und somit jeden Tag frische Klamotten. Mein Bett, meine Couch und mein Balkon und natürlich die Familie, alle Freunde und und und… man entbehrt schon einiges bei so nem Tripp. Man gewinnt aber auch vieles!

 

Nun gut, um von der Ostsee in einem Rutsch nach Franken (unser allerletzter Stopp) zu fahren, war´s etwas weit, also haben wir noch ne Nacht am Timmendorfer Strand eingelegt. Ähnlich wie St. Peter Ording ein super Örtchen. Ich würd sogar sagen, noch besser… das Meer und der Strand sind fast schon italienisch. Der Wind hatte gestern spätabends mindestens noch 50 Kiter rausgezogen. Dort zu sitzen mit nem Spritz (rießen Bottich für 5 Euro!!) … Ich mag´s!

 

Und jetzt im Moment sind wir bei Berlin auf nem Campingplatz und hängen morgen nochmal im Tropical Island hab. Diese rießen Schwimmhalle mit allem Pipapo, Sandstrand, Palmen, weiß der Geier.

Auf Wunsch meines Mannes… Für den sind solche Erlebnisbäder mit 100 verschiedenen Rutschen und einer Million Kinder, das Nonplusultra, das absolute Vergnügen, ein Muß! Für mich ist das der reinste Horror. Aber nachdem wir in letzter Zeit genug über Ziele diskutiert haben, füge nun ich mich und werd´s überleben.

 

Und spätestens morgen abend geht’s dann weiter Richtung, Bayern, Franken, meinen Eltern und am Wochenende schließlich in die schönste Stadt der Welt! Juchuu! Ich freu mich auf euch!

SERVUS!